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Ökologische und hygienische Kennzahlen im Benchmarking der Wasserversorgung

Projekt

Ökologische und hygienische Kennzahlen im Benchmarking der Wasserversorgung

In Zusammenarbeit mit der Rödl & Partner GbR und der Hochschule Ruhr West analysierte das Ecologic Institut im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) die Gewässer- und Gesundheitsschutzleistungen der deutschen Wasserwirtschaft und deren Erfassung in Kennzahlen des Benchmarkings. Darüber hinaus wurden erforderliche Rahmenbedingungen zur langfristigen Sicherung dieser Leistungen diskutiert sowie Vorschläge zur Weiterentwicklung der Benchmarkingansätze erarbeitet. Der Abschlußbericht steht als Download zur Verfügung.

Der Entwurf des Projektabschlussberichtes diente als Diskussionsgrundlage für den UBA Workshop "Ökologische und hygienische Kennzahlen im Benchmarking der Wasserversorgung – Empfehlungen aus Sicht des Gewässer- und Gesundheitsschutzes" am 18.09.2012 in Berlin.

Der durch das Forschungsprojekt angestoßene Prozess zur Sicherung vorsorgender Gewässer- und Gesundheitsschutzleistungen wurde in einem Fachgespräch mit Verbänden der Wasserwirtschaft am 13.11.2012 in den Räumen des BMU in Berlin fortgesetzt. Hierzu trafen sich Vertreter des VKU, BDEW und DVGW mit Vertretern des BMU und UBA sowie mit Vertretern des Ecologic Instituts, der Rödl & Partner GbR und der Hochschule Ruhr West, um über die Vorschläge der Studie zu diskutieren. Auf der Agenda des Fachgesprächs standen unter anderem die Diskussion eines Katalogs vorsorgender Leistungen sowie Möglichkeiten zur Darstellung der Gewässer- und Gesundheitsschutzleistungen anhand von Kennzahlen. Die TeilnehmerInnen einigten sich in einer angeregten und konstruktiven Diskussion auf die nächsten Schritte des Prozesses.

Anlass und Zielstellung

Traditionell erbringen die Wasserversorgungsunternehmen im Rahmen der kommunalen Daseinsvorsorge weitreichende Leistungen des vorsorgenden Gewässerschutzes, um auf diesem Wege einen zuverlässigen Gesundheitsschutz der Bevölkerung zu gewährleisten.

Die schon lange anhaltende öffentliche Diskussion zu überteuerten Wasserpreisen in Deutschland sowie die zunehmende kartellrechtliche Missbrauchsaufsicht aufgrund vorhandener Preisdifferenzen haben den Druck auf die Wasserversorgungsunternehmen verstärkt. Dieser Druck könnte langfristig die hohen Zielsetzungen der deutschen Wasserversorgung in diesen Bereichen gefährden.

Im Gegensatz zu den betriebswirtschaftlichen Aufgaben wie Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung, sind Leistungen, die dem Gewässer- und  Gesundheitsschutz dienen, wirtschaftlich oft schwer zu bewerten. Beispielsweise sind sie oftmals ortsspezifisch und daher wenig vergleichbar; der entstehende Nutzen für Umwelt, Natur und Gesellschaft lässt sich meist nur schwer quantifizieren. Dies hat zur Folge dass die Gewässer- und Gesundheitsschutzleistungen im Rahmen der Preiskontrolle – aber auch im Rahmen des Unternehmensbenchmarkings – bislang ungenügend berücksichtigt werden.

Zwischen den Ländern und Versorgungsunternehmen besteht grundsätzlich Einigkeit darüber, dass der Druck, eine höhere Kosteneffizienz in der Wasserversorgung zu erzielen, diese Leistungen nicht gefährden soll. Aus dem umweltpolitischen Willen zum Erhalt dieser vorsorgenden Leistungen ergibt sich daher ein deutlicher Handlungsauftrag zur kritischen Analyse und Weiterentwicklung der bisherigen Benchmarkingansätze in der Wasserbranche, der mit dem durchgeführten Vorhaben aufgegriffen wurde.

Methodisches Vorgehen

Das Vorhaben umfasste die systematische Analyse der Möglichkeiten und Grenzen bestehender Systeme des Unternehmensbenchmarkings für die Erfassung von Gewässer- und Gesundheitsschutzleistungen, für die Erfüllung von kartellrechtlichen Nachweispflichten, sowie für die Erfüllung von Berichtspflichten nach europäischem Wasserrecht (Umwelt- und Ressourcenkosten (URK) nach Art. 9 EG-WRRL). Es wurden Empfehlungen für eine verbesserte Erfassung und Kommunikation der durch die Wasserversorger erbrachten vorsorgenden Leistungen erarbeitet. Über eine inhaltliche Erweiterung bestehender Kennzahlensätze hinaus wurden Möglichkeiten zur Sicherung der hohen Standards für Gewässer- und Gesundheitsschutzleistungen unter gleichzeitiger Gewährleistung von Transparenz und Effizienz diskutiert.

Der Abschlußbericht steht auch in der Mediendatenbank des Umweltbundesamtes als Download zur Verfügung.


Finanzierung
Umweltbundesamt (UBA), Deutschland
Partner
Ecologic Institut, Deutschland
Partner
Rödl & Partner, Deutschland
Hochschule Ruhr West (HRW), Deutschland
Projektdauer
September 2011 bis Januar 2013
Projektnummer
2360
Schlüsselwörter
Wasser, Benchmarking, Trinkwasser, Wasserversorgung, Kennzahlen, Deutschland