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Design, Implementierung und Kosten von Projekten zur "Grünen Infrastruktur"

Design, Implementierung und Kosten von Projekten zur "Grünen Infrastruktur"

"Grüne Infrastruktur" hat sich in der europäischen Diskussion als ein vielversprechendes Konzept etabliert, das die Resilienz von Ökosystemen verbessert, zur Erhaltung der Biodiversität beiträgt und gleichzeitig das Wohlergehen der Bevölkerung im Blick hat. Ecologic Institut und GHK haben hierzu einen umfassenden Überblick zur Ausgestaltung, Implementierung und Kosteneffizienz von Projekten zur Grünen Infrastruktur in der EU erstellt. Die Ergebnisse des Projektes wurden auf dem Workshop "Erkenntnisse aus Projekten der Grünen Infrastruktur in der EU" am 17. Januar 2012 in Brüssel vorgestellt. Wegen des breiten Ansatzes des Themas und seiner hohen Relevanz nahmen an dem Workshop Vertreter unterschiedlicher Generaldirektionen (u.a. Umwelt, Klima und Regio) teil. Die Analysen der Studie tragen entscheidend zur Weiterentwicklung der EU-Strategie zur "Grünen Infrastruktur" und somit zur neuen EU-Biodiversitätspolitik nach 2010 bei. Der Abschlussbericht und der Vortrag stehen zum Download zur Verfügung.

Hintergrund

Flächennutzungsänderungen und Landnutzungsintensivierung stellen eine große Bedrohung für die biologische Vielfalt in Europa dar.  Um dieser Bedrohung zu begegnen, müssen  Belange der Biodiversität und Lebensräume in andere Politikbereiche und Sektoren integriert werden wie bspw. Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Wasser, Meeresumwelt und Fischerei, Regional- und Kohäsionspolitik, Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel, Verkehr und Energie. Nur auf diese Weise kann die ökologische Kohärenz zwischen den verschiedenen Habitaten und Schutzgebieten in Europa gestärkt werden. Die geplante EU-Strategie für grüne Infrastruktur zielt darauf ab, diese Probleme zu beheben, und zerschnittene Habitate erneut miteinander zu verbinden, Ökosysteme in einem gesunden Zustand zu erhalten, beschädigte Lebensräume zu renaturieren sowie Lösungen für die Anpassung an den Klimawandel bereitzustellen. Investitionen zum Aufbau einer grünen Infrastruktur erfordern intelligente und integrierte Konzepte in der Raumplanung. Nur so lässt sich sicherstellen, dass die begrenzten Landressourcen in Europa eine Vielzahl von Funktionen für Natur und Gesellschaft bereitstellen.

Ein besonderes Augenmerk in der Strategie wird darauf gelegt werden, dass die Aspekte einer grünen Infrastruktur in den verschiedenen EU-Förderprogrammen (z.B. Struktur- und Kohäsionsfonds, GAP, LIFE+) im derzeitigen wie im kommenden, 2013 beginnenden Finanzplanungszeitraum, stärker berücksichtigt werden.

Ziele

Im Rahmen dieses Projektes soll das  Verständnis zu Projekten der grünen Infrastruktur in Bezug auf ihre Konzeption, Implementation und Finanzierung sowie Kosten-und Nutzen-Verhältnis verbessert werden. Darüber hinaus soll die Entwicklung einer EU-weiten Strategie für eine grüne Infrastruktur in Europa als wesentlicher Bestandteil der neuen EU-Biodiversitätspolitik nach 2010 unterstützt werden. Im Einzelnen zielt das Projekt darauf ab, die große Bandbreite an relevanten Projekten in ländlichen und städtischen Gebieten zu identifizieren. Dazu können verschiedene Initiativen gehören wie bspw. Wiederherstellung von Ökosystemen, Management von Auenlandschaften, nachhaltige städtische Entwässerungssysteme oder Kühlung von urbanen Räumen durch Schaffung von Grünflächen sowie Verbesserung des natürlichen Rückhaltes und der Reinigung von Wasserressourcen durch Aufforstung, Renaturierung von Feuchtgebieten oder Bodenbewirtschaftung. Die Studie fokussiert auf  EU relevante Projekte (auf lokaler, regionaler oder transnationaler Ebene) und untersucht wie diese entworfen, geplant, gefördert und koordiniert werden.

Methodik

Die folgenden Aufgaben sind Teil dieser Studie:

  • Entwicklung einer Typologie für Projekte zur grünen Infrastruktur und Einrichtung einer Datenbank für Projekte und Initiativen aus ganz Europa
  • Kosten-Nutzen-Analyse von ausgesuchten Projekten (und Vergleich mit Projekten einer 'Grauen Infrastruktur');
  • Untersuchung der folgenden Fragestellungen:
    • Inwieweit können Projekte zur grünen Infrastruktur mehrere Ziele gleichzeitig erfüllen (z.B. Biodiversitätsmanagement und -schutz, langfristige Verbesserung der Widerstandsfähigkeit gegen Klimafolgen, Steigerung der urbanen Lebensqualität, Schutz vor Naturkatastrophen)?;
    • Inwieweit werden Projekte zur grünen Infrastruktur aktuell durch die EU-Politik und Finanzierungsinstrumente gefördert und wie können diese besser genutzt und weiter entwickelt werden?  

Die Studie [pdf, 2.5 MB, English] kann auch auf der Website der Europäischen Kommission, GD Umwelt abgerufen werden.


Finanzierung
Europäische Kommission, Generaldirektion Umwelt (GD Umwelt)
Partner
Ecologic Institut, Deutschland
Partner
GHK (GHK), Großbritannien
Projektdauer
Dezember 2010 bis September 2011
Projektnummer
2346
Schlüsselwörter
Grüne Infrastruktur, Biodiversität, Naturschutz, Kosten-Nutzen-Analyse, ökosystembasierter Ansatz, Natura 2000, Konnektivität, Grüne Netzwerke, Mitgliedstaaten, Europa