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Bewährte Verfahren zu Prävention und Management von Meeresmüll in Ost- und Nordsee

Bewährte Verfahren zu Prävention und Management von Meeresmüll in Ost- und Nordsee

Timeloc
14 November 2014
Berlin
Deutschland
Eine saubere Meeresumwelt frei von Müll - unterstützt durch wissenschaftliche Erkenntnisse, innovative Maßnahmen und gute Rahmenpolitik

Welchen Beitrag können Modellansätze leisten, um die Reduzierung und Beseitigung von Meeresmüll sicherzustellen? Und welchen Mehrwert können sie hinsichtlich der Festlegung von politischen Vorgaben und Steuerungsansätzen liefern? Diese Fragen erörterten Akteure der deutschen Verwaltung, Industrie, Wissenschaft und Umweltverbände mit dem Projektteam CleanSea im Rahmen eines Workshops am 14. November 2014 am Ecologic Institut in Berlin. Die Vortragsfolien stehen zum Download zur Verfügung.

Susanne Altvater vom Ecologic Institut moderierte die Veranstaltung und präsentierte die Ziele und Aufgaben des CleanSea-Projektes. Einen interessanten Modellansatz zur Reduzierung und Beseitigung von Meeresmüll stellte Leonnie Völsgen von der Biotechnologiefirma QMilch Deutschland vor: Ein Biopolymer aus dem Milcheiweiß Kasein, welches aus nicht mehr verkaufsfähiger Rohmilch gewonnen wird, ist biologisch abbaubar und wird bei Freisetzung in der Umwelt innerhalb weniger Wochen kompostiert. Anschließend stellte Nadja Ziebarth vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) den Einkaufsratgeber "Mikroplastik – die unsichtbare Gefahr" vor und wies auf die große Medien- und Verbraucherresonanz dieses Projekts hin. Die Präsentation zu Kunststoffen in der Kreislaufwirtschaft von Henning Wilts vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie hatte den Umgang mit Kunststoffen im Rahmen des Deutschen Abfallwirtschaftsplans im Unterschied zu anderen Europäischen Ländern zum Thema. Michael Hillenbrand vom Verband der Kunststofferzeuger Plastics Europe Deutschland stellte die Initiative "Zero Pellet Loss" vor, welche den Verlust von Plastikpellets in der Plastik- produzierenden Industrie bei jedem Logistik-/ und Produktionsschritt reduzieren will.

Um die anschließende Diskussionsrunde einzuleiten, gaben Ina Krüger und Stefanie Schmidt vom Ecologic Institut einen Überblick über Modellbeispiele zur Bekämpfung von Meeresmüll aus Mittelmeer, Nord- und Ostsee und stellten die Stärken und Schwächen aktueller Steuerungsrahmen und -maßnahmen am Beispiel Deutschlands vor.

In der Diskussion wurde deutlich, dass ein Mix aus verschiedenen Maßnahmen auf unterschiedlichen Ebenen für eine erfolgreiche Reduzierung des Meeresmüll-Vorkommens  etabliert werden muss. Hierfür ist eine stärkere Koordination zwischen den für Meeresmüll zuständigen Fachbereichen und Politikfeldern vonnöten. Ebenso ist eine stärkere vertikale Koordination der verschiedenen Verwaltungs- und Politikebenen (Gemeinden, Länder, Bund, Regionale Meere und Europäische Ebene) unabdingbar. 

Der Rechtsrahmen diesbezüglich ist weitgehend vorhanden, bietet jedoch Potenzial für eine noch effektivere Ausschöpfung, zum Beispiel bezüglich einer Stärkung des Vollzugs.

Die Ergebnisse dieses Workshops werden direkt in den Fahrplan des CleanSea Projekts einfließen, der die EU-Mitgliedstaaten und anderen Akteure mit einer verbesserten Wissensgrundlage, sowie Methoden und Instrumenten unterstützen wird, um die EU-Meeresregionen sauber, gesund und produktiv zu halten.


Funding
Europäische Kommission, Generaldirektion Forschung & Innovation (GD Forschung & Innovation)
Organizer
Date
14 November 2014
Location
Berlin, Deutschland
Language
German
Project ID
2719
Keywords
Meeresmüll, Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL), Guter Umweltzustand (GES), Mikroplastik, ökosystemarer Ansatz, Monitoring, Auswirkungen auf die Meeresumwelt, sozio-ökonomische Treiber und Barrieren, Governance, Gesetzgebung, innovative Instrumente, partizipativer Ansatz, Schadensminderung, Politikoptionen, Europäische Union, Europa, Ostsee , Ostsee, Nordsee, Europa