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Zukaufkanäle deutscher Anlagenbetreiber im EU-Emissionshandel

Zukaufkanäle deutscher Anlagenbetreiber im EU-Emissionshandel

Auswertung einer Umfrage unter allen deutschen Anlagenbetreibern zu ihren Zukaufstrategien in der zweiten und dritten Handelsperiode
In der dritten Handelsperiode kommt es zu Verschiebungen im Kohlenstoffmarkt; die kosteneffiziente Organisation des Handels gewinnt für Anlagenbetreiber an Bedeutung.

Dieser Bericht wertet die Ergebnisse einer Umfrage unter den deutschen Anlagenbetreibern aus, die das Ecologic Institut mit der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) in einem Umweltforschungsvorhaben im Sommer 2013 durchgeführt hat. Dabei wird deutlich, dass es in der dritten Handelsperiode zu Verschiebungen im Kohlenstoffmarkt kommt und die kosteneffiziente Organisation des Handels für Anlagenbetreiber an Bedeutung gewinnt.

Insgesamt beteiligten sich an der Befragung 235 der 995 angeschriebenen deutschen Anlagenbetreiber. Es konnten die Angaben von 196 Anlagenbetreibern für die vorliegende Untersuchung genutzt werden, dies entspricht einer Rücklaufquote von 20 Prozent.

Ergebnisse:

  • In der zweiten Handelsperiode waren nur etwa die Hälfte der antwortenden Unternehmen am Markt als Nachfrager aktiv.
  • Die gewählte Zukaufstrategie war in der zweiten Handelsperiode insbesondere von der Höhe des Zukaufvolumens abhängig und erst nachrangig von der Unternehmensgröße.
  • Die konzerninterne Verrechnung und die Nutzung von Intermediären waren in der zweiten Handelsperiode die mit Abstand am intensivsten genutzten Zukaufkanäle der antwortenden Unternehmen.
  • Unternehmen, die in der zweiten Handelsperiode eine große Menge an Emissionsberechtigungen kauften, nutzten hierfür überwiegend den OTC-Markt, die Teilnahme an Auktionen und den Sekundärhandel an der Börse.
  • Die finanzielle Gesamtbelastung für die Handelsteilnahme lag bei einem Großteil der antwortenden Nicht-Börsenteilnehmer in der zweiten Handelsperiode im Jahresdurchschnitt in einem Bereich von unter 20.000 Euro.
  • Die Gesamtbelastung durch den Handel überschritt hingegen bei einigen Börsenteilnehmern die Marke von 100.000 Euro pro Jahr, ohne dass hier etwaige Gebühren und Entgelte für Clearing-Banken bereits enthalten wären.
  • Für die dritte Handelsperiode erwarten die Unternehmen eine deutliche Ausweitung des Zukaufbedarfs.
  • Knapp die Hälfte aller antwortenden Unternehmen plant ihr bisheriges Zukaufportfolio in der dritten Handelsperiode anzupassen. Damit dürfte es künftig zu Verschiebungen am Kohlenstoffmarkt kommen.
  • Im Hinblick auf den Bedeutungszuwachs der Versteigerungen ist festzustellen, dass sich bislang insgesamt 53 Prozent der antwortenden Unternehmen nicht ausreichend zur Auktionierung im EU-ETS informiert fühlen.
  • Die Vorteile der "Auction Only"-Mitgliedschaft für die Teilnahme an den Primärauktionen an der Leipziger Energiebörse EEX sind bislang lediglich 15 Prozent der befragten Unternehmen bekannt.

Der Bericht steht als Download zur Verfügung.


Citation

Grünig, Max; Sabine Lund; Jan Weiß et al. 2014: Zukaufkanäle deutscher Anlagenbetreiber im EU-Emissionshandel, Berlin.

Language
German
Author(s)
Jan Weiß (DEHSt)
Nadine Pauly (DEHSt)
Year
2014
Dimension
53 S.
Project ID
2241
Table of Contents

Abbildungsverzeichnis
Zusammenfassung
1 Über diesen Bericht
2 Methodik
2.1 Zielsetzung der Befragung
2.2 Befragte Zielgruppe und Befragungszeitraum
2.3 Fragebogendesign
3 Auswertung der Befragung
3.1 Übersicht zu den teilnehmenden Unternehmen
3.2 Seit der HP 2 emissionshandelspflichtige Unternehmen
3.2.1 Übersichtskennzahlen zu den Zukaufkanälen in der HP 2
3.2.1.1 Durchschnittliche Nutzung der Zukaufkanäle in der HP 2
3.2.1.2 Anteil der Zukaufkanäle am aggregierten Zukaufvolumen in der HP 2
3.2.1.3 Verbreitung und Diversifizierung der Zukaufkanäle in der HP 2
3.2.1.4 Zwischenergebnis zur Analyse der Zukaufstrategien in der HP 2
3.2.2 Höhe des Zukaufbedarfs in der HP 2
3.2.3 Zusammenhang von Zukaufstrategie und Zukaufbedarf in der HP 2
3.2.4 Motive für die Wahl der Zukaufstrategie in der HP 2
3.2.5 Ausblick auf die HP 3
3.2.5.1 Erwarteter Zukaufbedarf für die HP 3
3.2.5.2 Planungen zur Anpassung der Zukaufstrategien für die HP 3
3.2.5.3 Anpassung der Zukaufstrategie und Höhe des Zukaufbedarfs in der HP 3
3.2.5.4 Schlussfolgerungen für die HP 3
3.2.6 Nicht-Teilnehmer am Börsenhandel in der HP 2
3.2.6.1 Übersicht und Gründe für die Nicht-Teilnahme am Börsenhandel in der HP 2
3.2.6.2 Interner administrativer Aufwand und Kosten des Handels von Nicht-Börsenteilnehmern in der HP 2
3.2.6.3 Handel von Nicht-Börsenteilnehmern über Intermediäre in der HP 2 – Übersicht und Motive
3.2.6.4 Handel von Nicht-Börsenteilnehmern über Intermediäre in der HP 2 – Gebühren und Entgelte
3.2.6.5 Gesamtbelastung durch den Handel bei Nicht-Börsenteilnehmern in der HP 2
3.2.7 Teilnehmer am Börsenhandel in der HP 2
3.2.7.1 Übersicht und Gründe für die Teilnahme am Börsenhandel in der HP 2
3.2.7.2 Interner administrativer Aufwand und Kosten des Handels von Börsenteilnehmern in der HP 2
3.2.7.3 Beauftragung von Clearing-Banken durch Börsenteilnehmer in der HP 2
3.2.7.4 Gesamtbelastung durch den Handel bei Börsenteilnehmern in der HP 2
3.3 Seit der HP 3 emissionshandelspflichtige Unternehmen
3.3.1 Übersicht zu den Strategieplanungen neuer Anlagenbetreiber für die HP 3
3.3.2 Vergleich der Strategieplanungen neuer Anlagenbetreiber für die HP 3 mit den Ergebnissen zur HP 2
3.3.3 Planungen zur Zukaufstrategie und erwarteter Zukaufbedarf neuer Anlagenbetreiber für die HP 3
3.3.4 Nicht-Teilnehmer am Börsenhandel unter den neuen Anlagenbetreibern
3.3.4.1 Administrativer Aufwand und Kosten des Handels neuer Anlagenbetreiber
3.3.4.2 Handel über Intermediäre neuer Anlagenbetreiber – Gebühren und Entgelte
3.4 Informationsstand und Quellen zur Auktionierung
3.4.1 Genutzte Informationsquellen zum Thema Auktionierung
3.4.2 Informationsstand zum Thema Auktionierung
3.4.3 Schlussfolgerungen zum Informationstand zur Auktionierung
4 Bewertung und Ausblick
Anhang
5 Übersicht zur Nutzung der einzelnen Zukaufkanäle
5.1 Seit der HP 2 emissionshandelspflichtige Unternehmen
5.1.1 Auktionen (n=3)
5.1.2 Sekundärhandel (n=11)
5.1.3 Intermediäre (n=43)
5.1.4 OTC (n=25)
5.1.5 Unternehmensinterne Deckung (n=36)
5.2 Seit der HP 3 emissionshandelspflichtige Unternehmen
5.2.1 Auktionen (n=3)
5.2.2 Sekundärhandel (n=2)
5.2.3 Intermediäre (n=6)
5.2.4 OTC (n=3)
5.2.5 Unternehmensinterne Deckung (n=5)

Keywords
Emissionshandel, Anlagenbetreiber, Kohlenstoffmarkt, Deutschland, Europa, Umfrage