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ELEEP-Studienreise: Amerikanische Perspektiven auf Erdgas-und Energie-Politik

ELEEP-Studienreise: Amerikanische Perspektiven auf Erdgas-und Energie-Politik

Timeloc
19. August 2012 bis 24. August 2012
Denver und San Francisco
Vereinigte Staaten von Amerika
Die schnell wachsende Erdgasgewinnung durch Fracking in den USA hat nicht nur Auswirkungen auf die amerikanische Erdgasindustrie sondern auch auf Gasmärkte in Europa und auf der ganzen Welt.

Vom 19. bis 24. August 2012 fand eine ELEEP-Studienreise nach Denver, Colorado, und San Francisco, Kalifornien, statt. Insgesamt zehn Mitglieder des ELEEP-Netzwerkes informierten sich über aktuelle Veränderungen der europäischen und US-amerikanischien Energielandschaft. Diese Reise diente als Gegenpart zu den vergangenen Reisen nach Deutschland/Österreich im August 2011 und Deutschland/Dänemark im März 2012 und hatte das Ziel, die europäische Sicht durch aktuelle Informationen aus den Vereinigten Staaten zu ergänzen.

Während die Reisen durch Europa vor allem den zunehmenden Ausbau von Technologien für erneuerbare Energien sowie die Rolle von konventionell gefördertem Erdgas (zum Beispiel durch einen Besuch in der Nord-Stream-Pipeline-Anlage in Greifswald, Deutschland) zum Thema hatten, ging es auf der US–Reise hauptsächlich um die Vorteile und Herausforderungen der Nutzung natürlicher Gasvorkommen durch den Einsatz von hydraulischer Fraktuierung (sog. "fracking") und von Bohrspülverfahren. In Anlehnung an Vorgehensweisen in Europa haben die amerikanischen Staaten unterschiedliche Wege bezüglich "Fracking" gewählt. Einige Staaten (Colorado, Texas und Pennsylvania) haben es Landbesitzern und Bohrunternehmen erlaubt, Schiefergas und andere Ressourcen zur Erforschung und Nutzung zur Verfügung zu stellen; andere Staaten haben nur eine begrenzte Nutzung (Kalifornien) erlaubt, ganz verboten (Vermont) oder vergeben Bohrgenehmigungen erst dann, wenn umfassende Umweltverträglichkeitsprüfungen abgeschlossen wurden (New York).

Die schnell wachsende Erdgasförderung in den Vereinigten Staaten als Folge des „Fracking“ hatte nicht nur erhebliche Folgen für die Erdgas-Industrie in Nordamerika, sondern beeinflusste auch die Gasmärkte in Europa und der Welt, da die USA scheinbar keinen Bedarf mehr an Gasimporten hatten (außer denjenigen aus Kanada und Mexiko). Die Auswirkungen des „Fracking“ beeinflussen auch den Ausbau erneuerbarer Energien und die dazu von den einzelnen US-Bundesstaaten verabschiedeten Fördermaßnahmen. Die Staaten Colorado und Kalifornien wurden für diese Reise gewählt, da die Politik dort sowohl die Erdgasproduktion als auch den Ausbau erneuerbarer Energien unterstützt. Obwohl Kalifornien mit ehrgeizigen Klimaschutz- und Energiezielen vorankommt - zumindest aus amerikanischer Sicht – überdenken die politischen Entscheidungsträger Colorados vor dem Hintergrund gestiegener Gas-und Ölförderungen frühere Zusagen für erneuerbare Energien. ELEEP–Mitgliedern konnten sich ein Bild von diesen Entwicklungen machen.

Im Laufe der Woche hatten die ELEEP-Mitglieder die Möglichkeit, diese Themen mit einer Vielzahl von AktivistInnen sowie Fachleuten aus Praxis, Wissenschaft und Politik zu besprechen. Während der Woche trafen sich die Mitglieder mit Bill Midcap (Direktor der Renewable Energy for the Rocky Mountain Farmers Union) und Michael Whiting (Landrat, Archuleta County, Colorado), die umfangreiche Einblicke in die Probleme der Gemeinden, der Grundbesitzer und der Politiker in Colorado boten. Die Treffen der Gruppe mit der Colorado Oil and Gas Association und dem Renewable and Sustainable Energy Institute wurden durch eine Besichtigung des National Renewable Energy Laboratory in Golden, Colorado und dem Alliance Center in Denver, Colorado ergänzt.

In Kalifornien traf sich die Gruppe mit Jeffrey Ball und Kollegen des Steyer-Taylor-Center an der Stanford University, um darüber zu diskutieren, wie die erneuerbaren Energien auch ohne Subventionen gefördert werden können. Die Gruppe reiste für einen Tag nach Sacramento, um sich dort mit einer Vielzahl von Akteuren zu treffen, die auf dem Gebiet der Förderung und Umsetzung von erneuerbaren Energien und der Klimapolitik in Kalifornien arbeiten. Diese schlossen auch Mitarbeiter aus dem kalifornischen Senat als auch des Beratungsgremiums für Luftreinhaltung in Kalifornien mit ein. Ergänzend zu dem starken politischen Fokus auf der Reise gab es auch ein Treffen mit Opower – um die innovativen Ansätze des Unternehmens zur Reduzierung des Energieverbrauchs in den USA zu diskutieren - und mit Julio Friedman, Chefingenieur für Energietechnik des Lawrence Livermore National Laboratory, um etwas über Innovationen und neue Energietechnik zu erfahren. Die Reise endete mit einem Besuch in San Mateo, um zu erörtern, was die politische Führung und deren Partner tun, um nachhaltige Stadtentwicklung und die Nutzung erneuerbarer Energien in dem Gesamtbezirk San Mateo, südlich von San Francisco gelegen, zu fördern.


Finanzierung
Veranstalter
Ecologic Institut, Deutschland
Partner
Datum
19. August 2012 bis 24. August 2012
Ort
Denver und San Francisco, Vereinigte Staaten von Amerika
Sprache
Englisch
Teilnehmerzahl
10
Projektnummer
2225, 2226
Schlüsselwörter
Erneuerbare Energien, Energiepolitik, Fracking, Erdgas, Hydraulic Fracturing, Denver, Colorado; San Francisco, Kalifornien