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Auktionierung von Emissionshandelszertifikaten - Königsweg oder Abgrund? Ausgestaltungsvorgaben und -möglichkeiten

Veranstaltung

Auktionierung von Emissionshandelszertifikaten - Königsweg oder Abgrund? Ausgestaltungsvorgaben und -möglichkeiten

Timeloc
26. November 2007
Berlin
Deutschland

Ein grundlegender Pfeiler des Handels mit CO2-Zertifikaten sind die Zuteilungsmethoden. Nach langer kontroverser Debatte hat sich der Gesetzgeber entschlossen, den Einstieg in die Versteigerung zu wagen. In der zweiten Handelsperiode (2008–2012) sollen rund neun Prozent der Zertifikate entgeltlich vergeben werden. In 2008 ist eine Verordnung zu erwarten, welche die deutschen Auktionierungsregeln spezifiziert. Umweltökonomen unterstützen die Versteigerung als effiziente Zusteilungsmethode, während in Politik und Öffentlichkeit vor allem erwartet wird, dass die als ungerecht empfundenen Verteilungseffekte (“wind-fall-profits”) wegfallen werden.

Vor diesem Hintergrund diskutierte der Climate Talk am 26. November 2007 die Erwartungen, die sich mit der Einführung der Versteigerung verknüpfen. Im Zentrum stand die Frage, wie die Auktionierung ökonomisch effizient und juristisch zulässig ausgestaltet werden kann. Dazu wurden die Vor- und Nachteile verschiedener Auktionsformen vorgestellt und mögliche Probleme erörtert, die sich in der praktischen Umsetzung ergeben könnten.

Eingeleitet wurde die Diskussion durch Impulsreferate: Dr. Felix Matthes (Öko-Institut) beleuchtete die Versteigerung aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht. Strittige Rechtsfragen erläuterte Dr. Jochen Gebauer (Bundeskanzleramt), und Dr. Henning Rentz (RWE) gab einen Einblick in die Debatte aus Sicht der Energieversorger.

In den Vorträgen und der anschließenden Diskussion zeigte sich insgesamt eine breite Unterstützung für die Versteigerung der Emissionszertifikate. Die Effizienzsteigerung im Vergleich zur Zuteilung auf Grundlage historischer Emissionen in der ersten Handelsperiode wurde allgemein hervorgehoben, und auch aus rechtlicher Sicht erscheint die Belastung für die Unternehmen vertretbar zu sein, sofern Härtefälle durch das Design der Versteigerung ausgeschlossen werden. Einigkeit bestand zudem darüber, dass die Auktionierung so marktschonend und transparent wie möglich gestaltet werden muss – dazu gehört nach Ansicht der Diskussionsteilnehmer auch die Harmonisierung der Versteigerungsregeln auf europäischer Ebene.

Gleichzeitig wurde während der Diskussion deutlich, dass viele kontroverse Fragen noch ungeklärt sind. So ist die Verteilung der Auktionserlöse weiterhin offen. Hier wurde vorgeschlagen, zumindest einen Teil der Mittel für den Klimaschutz einzusetzen. Weitere ausstehende Fragen betreffen die Durchführung der Versteigerung: Welche Institutionen könnten hierfür geeignet sei? Wer wird zur Teilnahme an der Versteigerung zugelassen und nach welchem Format wird die Auktion ablaufen? In diesem Zusammenhang wurde mehrfach betont, dass die zweite Handelsperiode als Lernphase genutzt werden müsse, bevor die Versteigerung auf 100% ausgeweitet werden kann. Ob dies bereits in der darauffolgenden Handelsperiode für die Unternehmen zumutbar und auf europäischer Ebene politisch durchgesetzt ist, war im Climate Talk Gegenstand kontroverser Diskussion.

Nach ausgiebiger Debatte wurden diese und andere Fragen in einem nahe gelegenen Restaurant vertieft.


Veranstalter
Ecologic Institut, Deutschland
Freien Universität Berlin, Forschungszentrum für Umweltpolitik (FFU), Deutschland
Sprecher
Dr. Felix Matthes (Öko-Institut e.V.)
Dr. Jochen Gebauer (Bundeskanzleramt)
Dr. Henning Rentz (RWE AG)
Team
Datum
26. November 2007
Ort
Berlin, Deutschland
Sprache
Deutsch
Teilnehmerzahl
30