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Auswirkungen der geplanten Biokraftstoffpolitik auf Süßwasser in Deutschland

Auswirkungen der geplanten Biokraftstoffpolitik auf Süßwasser in Deutschland

TimeLoc
6. Juli 2012
Suzhou
China, Volksrepublik
Politiker sollten sich der Auswirkungen einer stärkeren Nutzung von Biokraftstoffen auf nationale und globale Wasserreserven bewusst sein.

Andrew Ayres präsentierte auf der 4. Internationalen Konferenz für angewandte Energie in Suhzou (China) ein Paper über Wassermanagement und die erweiterte Nutzung von Biokraftstoffen. Sein Paper "Germany’s Water Footprint of Transport Fuels" erklärt, wie der Wasserfußabdruck genutzt werden kann, um den Wasserverbrauch für die Herstellung von Biokraftstoffen in Deutschland zu berechnen. Die Präsentation steht zum Download bereit

Die Debatte um die Nachhaltigkeit der EU-Biokraftstoffpolitik fokussiert vor allem auf das Minderungspotenzial von Treibhausgasen. Es ist aber wichtig, dass Entscheidungsträger von den Auswirkungen der erweiterten Biokraftstoffnutzung auf einheimische sowie globale Wasserressourcen wissen. Der Wasserfußabdruck kann zwar kein alleiniges Kriterium zur Nachhaltigkeit der Wassernutzung sein. Die im Artikel präsentierten Ergebnisse zeigen aber ein detaillierteres Bild der Auswirkungen der erweiterten deutschen Biokraftstoffnutzung auf das Süßwasser als es frühere Studien der Fall war.

Andrew Ayres kommt zu dem Schluss, dass der Wasserfußabdruck des deutschen Verkehrssektors fast dreimal so groß wachsen könnte, als es frühere Studien zum Wasserfußabdruck des erweiterten Biokraftstoffsektors prognostiziert haben. Dafür nutzte er genauere und zuverlässigere Daten zur Energienachfrage im Jahr 2020, dem regionalen Anbau von Biokraftstoffen und dessen Wasserfußabdruck sowie der gegenwärtigen Gestalt des deutschen Biokraftstoffmarktes.

Auf der Konferenz erläuterte Andrew Ayres wie frühere Schätzungen des Wasserfußabdrucks des deutschen Verkehrssektors, unter Berücksichtigung des EU 2020 Ziels eines 10%-Anteils erneuerbarer Kraftstoffe im Verkehrssektor, zu ungenauen Ergebnissen kamen und, dass die Erreichung dieses Ziels ein nachhaltiges Wassermanagement erschweren könnte. Tatsächlich könnten Wasserressourcen nicht nur in Deutschland, sondern auch international durch die Erreichung dieses Ziels beeinflusst werden, sollte Deutschland in Zukunft Biokraftstoffe importieren.

Die 4. Internationale Konferenz für angewandte Energie hatte als Thema "Energieinnovationen für eine nachhaltige Welt". Die fachübergreifende Natur dieses Themas wurde in der breiten Auswahl der Teilnehmer reflektiert. Unter den eingereichten Papern waren Studien mit einem Fokus auf ingenieurwissenschaftliche Lösungen, Umwelt- und Politikanalyse, Stadtentwicklung und Sozialaspekte der Energienutzung. Impulsreferate kamen von Bjorn Stigson (World Business Council for Sustainable Development), Weiyang Fei (Tsinghua University), Pil-Bae Song (Asian Development Bank) und Dennis Best (International Energy Agency).

Die Konferenz wurde von dem Elsevier Journal Applied Energy organisiert. Das Paper von Andrew Ayres wird als Teil der Konferenzergebnisse veröffentlicht.


Sprecher
Veranstalter
Datum
6. Juli 2012
Ort
Suzhou, China, Volksrepublik
Schlüsselwörter
Wasser, Biokraftstofe, Wasserfußabrduck, Bioenergie, Deutschland, EU, Europa