Regionale Anpassungsstrategien für die deutsche Ostseeküste (RADOST)
Das Ecologic Institut koordiniert das auf fünf Jahre konzipierte Projekt RADOST (Regionale Anpassungsstrategien für die deutsche Ostseeküste). Als eine von sieben Modellregionen in Deutschland wird die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns und Schleswig-Holsteins im Rahmen der Maßnahme "KLIMZUG - Klimawandel in Regionen zukunftsfähig gestalten" vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Ziel des RADOST-Vorhabens ist es, Anpassungsstrategien für die Region im Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft zu erarbeiten.
Am 24. und 25. März 2010 lud RADOST zur ersten Jahreskonferenz nach Schwerin ein, die unter der Schirmherrschaft des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Mecklenburg-Vorpommern stand. Eine Zusammenfassung und einzelne Beiträge finden Sie auf der Projekt-Website.
Grundgedanke von RADOST ist eine enge Verzahnung zwischen Wissenschaft und Praxis. Neben einem Verbund von 11 Partnern, die vom BMBF direkt gefördert werden, sind an RADOST eine Vielzahl von Netzwerkpartnern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Nichtregierungsorganisationen beteiligt und teilweise mit Unteraufträgen eingebunden. Das Netzwerk umfasste bei Antragstellung rund 60 Partner und wird im Laufe des Projektes kontinuierlich erweitert. Der regionale Dialog wird ergänzt durch einen nationalen und internationalen Informationsaustausch, der Partnerregionen in Europa, Nordamerika und Nordafrika mit einbezieht.
Bereits heute werden in den beteiligten Bundesländern jedes Jahr viele Millionen Euro in den Küstenschutz investiert. Für einen effizienten Einsatz dieser Mittel sind möglichst zuverlässige Aussagen über die zukünftige Entwicklung der Küstenlinie erforderlich. Die Auswirkungen des Klimawandels – sei es durch den Meeresspiegelanstieg, veränderte Strömungsbewegungen oder eine Verstärkung von Sturmflutereignissen – sind jedoch im Einzelnen noch sehr ungewiss. Eine weitere Herausforderung ist die Entwicklung der Gewässerqualität in einem wärmeren Klima mit veränderten Abflussverhältnissen.
Um die Entwicklung unter zukünftigen Umweltbedingungen besser einschätzen zu können, werden in RADOST bestehende Modelle miteinander gekoppelt und Veränderungen mit einer feineren räumlichen Auflösung als bisher abgebildet. Die naturwissenschaftlichen Forschungen umfassen Hydrodynamik, Sedimenttransporte, Gewässerqualität und Ökosysteme. Darüber hinaus werden die sozio-ökonomischen Folgen des Klimawandels und möglicher Anpassungsmaßnahmen untersucht. Vertieft behandelt werden die sechs Anwendungsbereiche Küstenschutz, Tourismus/Strandmanagement, Gewässermanagement/Landwirtschaft, Häfen/maritime Wirtschaft, Naturschutz und erneuerbare Energien.
Anwendungsprojekte mit Praxispartnern sollen verdeutlichen, welche wirtschaftlichen Chancen ein innovativer Umgang mit dem Klimawandel birgt. Zu den geplanten Anwendungen zählen die Verbindung von Küstenschutzbauwerken mit Tauchtourismus und der Nutzung von Meereswärme, Zukunftskonzepte für die Aquakultur, die Optimierung von Schiffsentwürfen für Ostseerouten und neue Marketingstrategien für den Strandtourismus.
Weitere Informationen zu RADOST sind auf der Projektwebsite zu finden.
Weiterführende Links:
- KLIMZUG – Klimawandel in Regionen zukunftsfähig gestalten
- Pressemitteilung: Deutsche Ostseeküste wird Modellregion für die Anpassung an den Klimawandel
Stichworte: Klimawandel, Anpassung, regionale Anpassungsstrategien, Naturschutz, Häfen, maritime Wirtschaft, Tourismus, Küstenschutz, erneuerbare Energien, Gewässermanagement, Landwirtschaft, Deutschland, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Ostseeküste
Auftraggeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Partners:
- Büro für Umwelt und Küste
- CRM Coastal Research & Management
- EUCC – Die Küsten Union Deutschland
- GICON – Großmann Ingenieur Consult GmbH
- H.S.W. Ingenieurbüro für Angewandte und Umweltgeologie GmbH
- Institut für angewandte Ökologie (IfAÖ)
- Institut für Küstenforschung am GKSS-Forschungszentrum
- Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI), Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei
- Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)
- Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein (LLUR)
- Landesbetrieb Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN)
- Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)
- Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW)
- Staatliches Amt für Umwelt und Natur (StAUN) Rostock
- Geographisches Institut der Universität Kiel
- Fachgebiet Küstenwasserbau des Instituts für Umweltingenieurwesen der Universität Rostock (URCE)
Bearbeiter:
Grit Martinez, Daniel Blobel, Anneke von Raggamby,Stefanie Wurm, Stephanie Schlegel, Susanne Müller,Christian Bruhn, Cornelius Laaser, Doris Knoblauch, Max Grünig, Rodrigo Vidaurre, Jennifer Reck
Laufzeit: 01.07.2009 bis 30.06.2014
Projektnummer: 2202


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