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Die Kosten des Nichthandelns beim Biodiversitätsschutz

Die Kosten des Nichthandelns beim Biodiversitätsschutz

Der anhaltende Verlust der biologischen Vielfalt wird bis zum Jahr 2050 zu kumulierten Wohlfahrtsverlusten von bis zu 14 Billionen Euro führen. Dies entspricht ca. 7% der für 2050 prognostizierten weltweiten Wirtschaftsleistung. So lauten die Ergebnisse einer Studie, die die Kosten des Nichthandelns bestimmt, bezogen auf das Ziel der EU, bis 2010 den Verlust der Artenvielfalt signifikant zu reduzieren. Ecologic hat im Rahmen der Studie eine umfangreiche Bestandsaufnahme zur ökonomischen Bewertung der Artenvielfalt und angeschlossener Ökosystemdienstleistungen durchgeführt. Die Studie wurde am 28. Mai 2008 auf der neunten Vertragsstaatenkonferenz (COP-9) zur UN-Konvention über biologische Vielfalt (CBD) vorgestellt. Sie ist Teil eines Berichtes zu den ökonomischen Aspekten des globalen Biodiversitätsrückganges.

Background

Bis zum heutigen Tage ist bereits ein beträchtlicher Teil der weltweiten Ökosysteme verlorengegangen – mehr als 40% der Wälder, 50% der Feuchtgebiete, 35% der Mangroven und 20% der Korallenriffe. Im Ergebnis führt dies zu einer abnehmenden Menge von zur Verfügung stehenden Ökosystemdienstleistungen. Die Kosten des politischen Nichthandelns (Cost of Policy Inaction – COPI) entstehen durch Schäden an der Natur, welche durch das Nichtvorhandensein von wirksamen Politikmaßnahmen auftreten.

Die COPI-Studie sowie der weitreichendere Bericht zu den ökonomischen Aspekten des globalen Biodiversitätsrückganges (The Economics of Ecosystems and Biodiversity – TEEB) sind Teil der von der Europäischen Kommission eingegangenen Selbstverpflichtung, das Verständnis und die Kommunikation bezüglich des ökonomischen Wertes des weltweiten Naturkapitals und der angeschlossenen Ökosystemdienstleistungen zu stärken. Ziel ist es, diesen Wert in der Politikgestaltung zu berücksichtigen und Anreize für den Schutz der Artenvielfalt bereitzustellen. Diese Selbstverpflichtung wurde in der Mitteilung der Kommission zur Eindämmung des Verlustes der biologischen Vielfalt bis 2010 dargelegt.

Zielstellungen

Die COPI-Studie verfolgt zwei Zielstellungen:

  • Zum einen soll ein ökonomischer Wert ermittelt werden, der die Kosten veranschaulicht, welche der Gesellschaft durch den anhaltenden Verlust der Artenvielfalt entstehen. Hierbei soll verdeutlicht und kommuniziert werde, wie wichtig es ist, die monetären wie auch auf die nicht-monetären Kosten des Verlustes der Artenvielfalt und der angeschlossenen Ökosystemdienstleistungen näher zu betrachten.
  • Eine zweite Zielstellung des Projektes ist es abzuschätzen, welche methodische Vorgehensweise in diesem Kontext realisierbar ist, sowie Erfahrungen für eine umfassendere Betrachtung der ökonomischen Aspekte des globalen Biodiversitätsverlustes zu sammeln.

Methodik

Im Rahmen der Studie wurde eine umfassende Methodik zur Analyse und Synthese entwickelt, welche auf weitläufig anerkannten analytischen Ansätzen basiert. Eine eingehende Bestandsaufnahme des derzeitigen Standes ökonomischer Bewertungen der Artenvielfalt und angeschlossener Ökosystemdienstleistungen sowie eine Analyse der zukünftigen Auswirkungen und Bewertungen basierend auf international anerkannten Szenarien bilden die Grundlage dieser Methodik.

Zukünftige Forschung

In Phase 2 der Studie, welche im Rahmen des TEEB-Berichtes stattfindet, werden weitreichendere Analysen durchgeführt. Die Ergebnisse der COPI-Studie, welche nur den ersten Schritt einer umfassenden Bewertung darstellt, spiegeln die Gesamtsituation nur eingeschränkt wider. Es gilt, auch die in der COPI-Studie bisher nicht betrachtete geografische Regionen und Ökosysteme zu berücksichtigen. Hierfür ist es notwendig, bestehende Informationslücken zu schließen, vor allem bezogen auf den Wert bestimmter Ökosystemdienstleistungen, wie zum Beispiel Trinkwasserversorgung und -regulierung, Bodenbildung und -qualität sowie die Kontrolle von Naturgefahren und die Bereitstellung genetischer Ressourcen

Download

Die COPI-Studie steht in englischer Sprache auf der Europa Website zum Download bereit:
Cost of policy inaction-COPI: The case of not meeting the 2010 biodiversity target. Final Report.


Finanzierung
Europäische Kommission, Generaldirektion Umwelt (GD Umwelt)
Partner
Wageningen University & Research Centre, Alterra (Alterra), Holland
Ecologic Institut, Deutschland
GHK (GHK), Großbritannien
United Nations Environmental Programme, World Conservation Monitoring Centre (UNEP WCMC)
Witteveen+Bos, Holland
VU University Amsterdam, Institute for Environmental Studies (IVM), Holland
Projektdauer
November 2007 bis Mai 2008
Projektnummer
1834
Schlüsselwörter
Biodiversität, Kostenanalyse, Ökosystemdienstleistungen, politisches Nichthandeln, Europa, global