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Architektur der globalen Umweltpolitik und internationale Umweltregime

Architektur der globalen Umweltpolitik und internationale Umweltregime

In den vergangenen drei Jahrzehnten haben sich auf internationaler Ebene eine Vielzahl von umweltpolitischen Regimen herausgebildet. Mit der stetig zunehmenden Institutionalisierung der globalen Umweltpolitik wächst die Komplexität der zahlreichen internationalen Umweltregime. Dies kommt durch Schnittmengen, Interdependenzen und Interaktionen, zum Teil aber auch durch Konflikte zwischen Institutionen und Politikebenen zum Ausdruck. Während sowohl in wissenschaftlichen als auch in politischen Kreisen weitgehender Konsens herrscht, dass die Architektur der globalen Umweltpolitik in der Vergangenheit große Erfolge erzielt hat, ist ebenso unumstritten, dass dringender Bedarf besteht, das System der internationalen Umweltpolitik effizienter zu gestalten.

Weniger Einigkeit besteht hinsichtlich der Frage, wie eine solche Reform konkret aussehen könnte. Im Wesentlichen kreisen alle Reformvorschläge jedoch um eine der folgenden Optionen:

  1. UN-Reform: Die Reform der Vereinten Nationen (UN) ist eine in der Weltgemeinschaft diskutierte und von der Mehrheit der Staaten für notwendig befundene Umstrukturierung der UN. Wie diese Reform allerdings auszusehen hat, ist Gegenstand heftiger Kontroversen. Nachdem – in Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 – zunächst sicherheitspolitische Erwägungen im Vordergrund standen widmet der letzte Bericht des Secretary-General’s High-Level Panel „Delivering as One“ vom September 2006 ein ganzes Kapitel der Frage, wie die internationale Umweltgovernance gestärkt werden kann und welche Rolle ein gestärktes UNEP dabei spielen kann.
  2. Gründung einer Weltumweltorganisation: Die internationale Steuerung im Bereich Umwelt ist derzeit äußerst zersplittert, da es innerhalb der UN diverse eigenständige Regime gibt, bspw. die Biodiversitätskonvention, das Klimaregime, die Desertifikationskonvention, die Globale Umweltfazilität (GEF) und das Waldforum der Vereinten Nationen (UNFF), das sich in den Händen der Weltbank befindet – um nur einige zu nennen. Des weiteren ist das Thema Umwelt ein Querschnittsthema, das dementsprechend auch in anderen UN Institutionen behandelt wird, bspw. im United Nations Development Programme (UNDP). Um das Thema einerseits gegenüber anderen Themen aufzuwerten, andererseits die verschiedenen Regulierungsansätze einheitlicher zu koordinieren, wurde und wird im Rahmen der Debatten um eine Reform der UN deshalb auch immer wieder die Aufwertung des UNEP zu einer Weltumweltorganisation gefordert bzw. die Einsetzung einer Weltumweltorganisation außerhalb des UNEP.

Vor diesem Hintergrund untersucht Ecologic im Rahmen dieses Vorhabens die Funktionalität, Effektivität und Legitimität internationaler Umweltregime, die Beziehungen zwischen internationalen Umweltregimen sowie zwischen Umweltregimen und anderen internationalen Institutionen und die Beziehungen zwischen unterschiedlichen Politikebenen und die Rolle neuerer politischer Akteure.


Finanzierung
Projektdauer
Oktober 2006 bis September 2009
Projektnummer
1811-02
Schlüsselwörter
Sozial-ökologische Forschung, internationale Umweltpolitik, Regimebildung, international environmental governance (IEG), global, Deutschland