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Sozialwissenschaftliche Aspekte in Küsten- und Meerespolitik sowie Resilienz von Küstengemeinden - was passiert in den USA?

Sozialwissenschaftliche Aspekte in Küsten- und Meerespolitik sowie Resilienz von Küstengemeinden - was passiert in den USA?

TimeLoc
9. März 2015
Potsdam
Deutschland
“Alles basiert auf Kultur”

Auf Einladung des IASS (Institute for Advanced Sustainability Studies) und in Kooperation mit dem Ecologic Institut referierte Prof. Michael K. Orbach (Duke University Professor of the Practice Emeritus of Marine Policy) über sozialwissenschaftliche Aspekte in der Küsten- und Meerespolitik sowie die Resilienz von Küstengemeinden. Mit Bezug auf Studien des Ecologic Instituts und der DUKE University in Deutschland und den USA beschrieb Prof. Michael K. Orbach kulturelle Phänomene die politischen Geschehnissen zu Grunde liegen. Der Schwerpunkt seiner Ausführungen lag dabei auf den USA. Die Vortragsfolien stehen als Download zur Verfügung.

Die Studien wurden innerhalb des Projektes RADOST (gefördert unter der BMBF Initiative Klimzug) initiiert und werden auch weiterhin thematisch in den FP7-Projekten BASE und RISC-KIT weitergeführt. Dr. Grit Martinez vom Ecologic Institut führte in das Thema ein und nahm Bezug auf die Anfänge der transatlantischen Forschungskooperation. Diese begann im Projekt RADOST und zielte darauf ab, ein Verständnis für US-amerikanische und deutsche Entscheidungsträger,  Schlüsselakteure sowie lokalen Kommunen in Küstenregionen über den Umgang mit Risiko in Bezug auf den Klimawandel zu erlangen. Wo liegen Gemeinsamkeiten und wo Unterscheiden, wenn es um Entscheidungen zur Anpassung an den Klimawandel geht? Was ist aus den unterschiedlichen kulturellen Kontexten heraus übertragbar? Unabhängig vom Projektende von RADOST sind diese Fragen nach wie vor auf der Forschungsagenda und werden innerhalb der europäischen und internationalen Fallstudien der FP7-Projekte BASE und RISC-KIT weiterhin bearbeitet.

Prof. Orbach nahm in seiner Präsentation zunächst explizit Bezug auf die getätigten Forschungsaktivitäten und unterschied dabei drei methodische Stränge. Zunächst begann die Zusammenarbeit mit Workshops, die sowohl in Deutschland als auch in den USA gehalten wurden (weitere Informationen Obstacles to Adapting to Climate Change - a Discussion with Practitioners). In einem zweiten Schritt wurde je eine Veranstaltung in Deutschland und den USA organisiert die explizit neben Wissenschaftlern auch lokale Stakeholder integrierte (weitere Informationen zu der Veranstaltung in Deutschland und den USA). Hierbei wurden neben Küstenregionen auch Akteure aus Gebirgsregionen eingeladen, die ebenfalls vom Klimawandel betroffen sind und dadurch wertvolle Beiträge für die Workshops lieferten. Drittens wurden Umfragen in Küstenregionen sowohl an der deutschen als auch an der US-Ostseeküste durchgeführt (mehr Informationen hier). Der Vortrag basierte im Wesentlichen auf den Ergebnissen dieser Umfragen.

Wesentliche Erkenntnis der Präsentation war, dass trotz der Schwierigkeit, Klimawandel und Klimaanpassung in den USA zu thematisieren, vielfältige Maßnahmen unternommen werden um sich auf die erwarteten Veränderungen in den beobachteten Küstengebieten der USA einzustellen. In Einzelfällen werden Anpassungsmaßnahmen auf lokaler Ebene durchgeführt, ohne diese dabei als solche zu benennen. In der anschließenden Diskussion wurde ein solches Vorgehen als praktikabler Umgang mit den politischen Umständen in den USA gewürdigt. 

Ergebnisse der vergleichenden Studien sind publiziert:
Martinez, G.; Fröhle, P.; Meier, H.-J. (eds.): Social Dimension of Climate Change Adaptation in Coastal Regions, volume 5, München: oekom publishing, S. 85-103.