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Von Warschau nach Paris - die internationalen Klimaverhandlungen

Präsentation

Von Warschau nach Paris - die internationalen Klimaverhandlungen

TimeLoc
17. Februar 2014 bis 18. Februar 2014
Kairo
Ägypten
Breites Interesse an deutsch-ägyptischer Diskussion zu den Ergebnissen der UN-Klimaverhandlungen

Der 20. Cairo Climate Talk brachte unter dem Titel "From Warsaw to Paris: Negotiating Global Climate Change" Entscheidungsträger sowie Vertreter von Wirtschaft, Wissenschaft und Nichtregierungsorganisationen zusammen. Panelisten und Besucher diskutierten über die Ergebnisse der Klimaverhandlungen in Polen, die Perspektiven für ein neues Klimaregime und die daraus erwachsenden Möglichkeiten für Ägypten. Umweltministerin Dr. Leila Rashed Iskandar Kamel verwies auf vielversprechende Kabinetts-Diskussionen zur Förderung von erneuerbaren Energien, ebenso wie auf die kontroverse Debatte über den erhöhten Einsatz von Kohle insbesondere in der Zementindustrie. Dr. Camilla Bausch vom Ecologic Institut beleuchtete die Verhandlungsergebnisse von Warschau und zukünftigen Prozesse aus europäischer Sicht.

Auf der Abendveranstaltung mit weit über 100 Gästen sprachen darüber hinaus der deutsche Botschafter Michael Bock, der ägyptische Hauptverhandler für die internationalen Klimaverhandlungen, Botschafter Mahmoud Samir Samy, sowie Lama el-Hatow als Vertreterin der League of Independent Activists (IndyACT).

Schwerpunkte der Veranstaltungen waren die Ergebnisse des Klimagipfels in Warschau 2013, die Rolle Deutschlands und Ägyptens bei den Verhandlungen sowie die Entwicklungen bei der Klimafinanzierung mit einem besonderen Augenmerk auf deutsche Finanzierungsangebote.

Marktinstrumente als Anreiz?

Bei allen Diskussionen spielte die Frage des zukünftigen Klimaabkommens, das 2015 geschlossen werden soll, eine entscheidende Rolle. Außerdem stießen die Möglichkeiten der Nutzung von Marktinstrumenten wie die Clean Development Mechanism (CDM) und dem Neuen Marktmechanismus (NMM) auf großes Interesse, ebenso wie die Entwicklungen von Nationally Appropriate Mitigation Action (NAMAs).

Ein ambitioniertes Klimaabkommen braucht mehr Vertrauen

Angesichts des nur sehr schleppenden Fortschritts der Klimaverhandlungen wurde mit Sorge darauf hingewiesen, dass die gegenwärtige Ambition bei weitem noch nicht ausreiche, um die Klimaerwärmung auf unter 2 Grad Celsius zu begrenzen. Dabei zeigten sich klare Unterschiede zwischen den europäischen und den ägyptischen Erwartungen an die Art der Beiträge von unterschiedlichen Ländern und Ländergruppen. Auch wurde deutlich, dass das Vertrauen zwischen den verhandelnden Parteien weiter gestärkt werden muss, wenn ein ambitioniertes Klimaabkommen zustande kommen soll. In der Diskussion konnten aber auch einige Missverständnisse – etwa hinsichtlich der Ratifizierung der 2. Handelsperiode unter dem Kyoto-Protokoll durch die Europäische Union – ausgeräumt werden.

Erste NAMAs trotz institutioneller Defizite

Mit Blick auf Klimaschutzmaßnahmen in Ägypten wurde von verschiedener Seite die Diskussion um die vermehrte Nutzung von Kohlestrom kritisiert und Möglichkeiten des Ausbaus von Wind- und Solarstrom unterstrichen. Es wurde auf die Entwicklung und Durchführung erster NAMAs auch in Ägypten hingewiesen, selbst wenn diese noch nicht im internationalen NAMA-Register vermerkt sind. Bezüglich des Technologie-Transfers wurde auf institutionelle Defizite hingewiesen. Allerdings wurde auch konstatiert, dass das Ministerium auf den Aufbau entsprechender Strukturen hinarbeiten würde.

Zeit zu Handeln - ein nationales Ziel für Ägypten

Die allgemeine Diskussion berührte desweiteren Themen wie die Energiesubventionen und das jeweilige nationale Ambitionsniveau. In diesem Zusammenhang wurde auf die laufenden Verhandlungen der EU zu ihren 2030-Klimazielen ebenso hingewiesen wie auf Überlegungen Ägyptens, ggf. ein nationales Ziel zu bestimmen. Obwohl angesichts der politischen Lage der politische Fokus gegenwärtig woanders liegt, wurde die Vulnerabilität von Ägypten – von Landwirtschaft bis zum Tourismus – und die dringende Notwendigkeit zu Handeln unterstrichen.

Workshop für Ägypter und Schulung für Deutsche

Die Panel-Diskussion war der Abschluss einer Serie von Veranstaltungen anlässlich des 20. Cairo Climate Talks. Darüber hinaus präsentierten Mahmoud Samir Samy und Dr. Camilla Bausch zusammen mit Sigrun Meyer vom Auswärtigen Amt ihre Sichtweise in einem Workshop vor gut zwei Dutzend Experten der ägyptischen Verwaltung. Desweiteren führten Frau Bausch und Frau Meyer eine klimapolitischen Schulung für Deutsche aus der Region durch. An der Schulung nahmen Botschaftsvertreter aus Kairo, Tunis und Addis Abeba sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GIZ und der Kirche teil.

Cairo Climate Talks stärken das Bewusstsein für die Bedeutung des Klimawandels

Die "Cairo Climate Talks" (CCT) sollen dazu dienen, Bewusstsein für die Bedeutung des Klimawandels und der respektiven Verhandlungen innerhalb der ägyptischen Öffentlichkeit zu stärken und Austausch sowie Kooperation zwischen relevanten Playern auch über die Grenzen hinweg zu fördern. Veranstaltet wird der CCT von der Deutschen Botschaft in Kairo, dem Ägyptischen Umweltministerium, der ägyptischen Umweltbehörde (EEAA), der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), dem Deutschen Akademischen Austausch Dienst (DAAD) und dem Gemeinsamen Ägyptisch-Deutschen High Level Komitee für Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Umweltschutz (JCEE). 


Datum
17. Februar 2014 bis 18. Februar 2014
Ort
Kairo, Ägypten
Sprache
Englisch
Schlüsselwörter
Climate Talk, Cairo Climate Talks, DAAD, GIZ, Bausch, Klimaverhandlungen, Klima, Energie, CDM, CCT, EEAA, NMM, Clean Development Mechanism, New Market Mechanism, Finanzierung, Training, Schulung, Workshop, Kairo, Ägypten, Afrika, Warschau, Europa