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Arzneimittel in der Umwelt - Science-Policy Event

Arzneimittel in der Umwelt - Science-Policy Event

Timeloc
21. November 2013
Brüssel
Belgien
Science-Policy Event zu aktuellen wissenschaftlichen Entwicklungen und Politikantworten zur Problematik von Arzneimitteln in der Umwelt

Das PHARMAS-Projekt organisierte in Brüssel ein Science-Policy Event zu Arzneimitteln in der Umwelt. Die Ergebnisse mehrerer europäischer, nationaler und internationaler Projekte wurden, in Hinsicht auf ihre Politikrelevanz, präsentiert. Die Vortragsfolien, Zusammenfassungen und Standpunkte stehen als Download zur Verfügung.

Eine Veranstaltung für Akteure aus Politik und Wissenschaft zum Thema Arzneimittel in der Umwelt wurde von Ecologic Institut im Rahmen des RP7 Projekts PHARMAS organisiert. Die Veranstaltung [pdf, 760 kB, Englisch] fand am 21. November 2013 in Brüssel statt, in den Räumlichkeiten der Generaldirektion Forschung und Innovation der EU. Rodrigo Vidaurre vom Ecologic Institut begrüßte Vertreter von nationalen und EU Behörden, von Umweltschutzorganisationen, der Forschung, der Wasserwirtschaft und der Arzneimittelindustrie, die zu den sogenannten "neuen Schadstoffen" arbeiten.

PHARMAS: Stand der Forschung zum Risikoverständnis und -management

Im ersten Block des Events wurde das Publikum in den aktuellen Stand der Forschung zum Risikoverständnis und -management von einzelnen Substanzen eingeführt. Ad Ragas (Radboud Universität Nijmegen) referierte über die Ergebnisse des PHARMAS Projekts, welches sich auf Antibiotika und Krebsmedikamente fokussiert. PHARMAS untersuchte unter anderem, ob der Verbrauch an Medikamenten und deren Rückstände in Gewässern zu Risiken für Mensch und Umwelt führten. Auf Basis des Pharmazeutikaverbrauchs und Informationen zum Umweltverhalten der Substanzen wurde die Konzentrationen von Pharmazeutika in Gewässern modelliert und daraus Karten akkumulierten Risikos für aquatische Ökosysteme und den Menschen erstellt. Ad Ragas schlussfolgerte, dass momentan keine wissenschaftlichen Beweise dafür vorliegen, dass die in der Umwelt vorkommenden Konzentrationen von modellierten Antibiotika und Krebsmedikamenten Gesundheitsrisiken für den Menschen darstellen. Modellvorhersagen deuten jedoch darauf hin, dass einige Humanarzneimittel zum Teil Konzentrationen erreichen, die Umwelteffekte hervorrufen könnten. Eine kurze Zusammenfassung und die Folien des Vortrags [pdf, 2.3 MB, Englisch] können Sie hier runterladen.

CYTOTHREAT: Schwerpunkt Krebsmedikamente

Daran anschließend präsentierte Metka Filipic (Nationales Institut für Biologie, Slovenien) die vorläufigen Ergebnisse des RP7 Projekts CYTOTHREAT, das sich ausschließlich Krebsmedikamente widmet. Das Projekt will das Vorkommen und das Verhalten von ausgewählten Zytostatika, einzeln und in Mischungen, in Kläranlagen und der Umwelt bestimmen. Unter anderem entwickelte es dafür eine multi-residuale analytische Methode für die Bestimmung von den ausgewählten Antikrebsmittel in sehr geringen Konzentrationen, und identifizierte eine Reihe bisher unbekannter Transformationsprodukte derer. Von den analysierten Medikamenten wurden vier ausgewählt, um ökotoxikologische Studien auf drei trophischen Ebenen durchzuführen. Die Zusammenfassung und Folien des Vortrags [pdf, 1.6 MB, Englisch] können Sie hier runterladen.

noPills: Reduktion des Pharmazeutikaeintrages

Der zweite Block der Veranstaltung stellte Maßnahmen und Antworten der Politik vor. Sven Lyko (Emschergenossenschaft/Lippeverband) präsentierte das Interreg IV-B Projekt noPills, welches auf Wassereinzugsgebietsebene eine Reduktion des Pharmazeutikaeintrages erreichen will. Alle Akteure des Einzugsgebietes werden dazu über Folgen und Handlungsempfehlungen informiert, außerdem werden neue Methoden zur Reduktion von nicht vermeidbaren Einträgen von Arzneimitteln in Abwässern getestet. Die Zusammenfassung und Folien des Vortrags [pdf, 4.8 MB, Englisch] können Sie hier runterladen.

Studie zur globalen Relevanz von Arzneimittel in der Umwelt

Über die Studie "Global Relevance of Pharmaceuticals in the Environment: Emerging Policy Issue under UNEP-SAICM ?" für das Umweltbundesamt (UBA), die als Ziel hat, den aktuellen Stand des Wissens zur globalen Relevanz von Arzneimittel in der Umwelt klar zu definieren, informierte Frank-Andreas Weber (IWW) das Publikum. Für diese Studie werden wissenschaftliche Publikationen mit analytischen Befunden zum Aufkommen von Arzneimitteln in der Umwelt aus allen Erdteilen herangezogen und in einer Datenbank zusammengefasst. Ein vorläufiges Ergebnis ist, dass Pharmazeutika auf allen Kontinenten in umweltrelevanten Konzentrationen vorkommen. Zusammenfassung und Folien des Vortrags [pdf, 1.5 MB, Englisch] können Sie hier runterladen.

Greening procurement: Umwelteffekte des Gesundheitssektors

Im letzten Vortrag des zweiten Blocks referierte Ake Wennmalm (Sustainpharma) über das Projekt "Greening procurement" der Weltgesundheitsorganisation (WHO), welches Umwelteffekte des Gesundheitssektors durch die Einflussnahme auf Auftragsvergabe und Produktion reduzieren will. Dazu sollen unter anderen ökotoxikologische Daten, wie bereits im Schwedischen System geschehen, in die Entscheidung über öffentliche Beschaffungen einfließen. Die Zusammenfassung und Folien des Vortrags [pdf, 225 kB, Englisch] können Sie hier runterladen.

Abschließend zu den Präsentationen, erarbeiteten anwesende Vertreter einer Arzneimittelfirma, der EU-Kommission, einer Umweltschutzorganisation und eines Dachverbands der europäischen Wasserwirtschaft Standpunkte ihrer jeweiligen Organisationen. Diese Standpunkte [pdf, 400 kB, Englisch] können Sie hier herunterladen.