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Assessment of Cost Recovery trough Water Pricing

Publikation

Assessment of Cost Recovery trough Water Pricing

Trotz des bestehenden rechtlichen Rahmens und dem wachsenden Bewusstsein für die Notwendigkeit einer vollständigen Kostendeckung und einer anreizbildenden Preisgestaltung im europäischen Wassersektor, haben die Mitgliedstaaten noch nicht das Ziel erreicht, diese wichtigen Grundsätze in ihre Wasserpolitik zu integrieren. Durch eine vergleichende Analyse von Wasserpreismodellen und Governance-Strukturen in ausgewählten europäischen Ländern, stellt eine aktuelle Studie, an der das Ecologic Institut beteiligt war, praktische Kenntnisse über die Umsetzung der wichtigsten Grundsätze gemäß Artikel 9 der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) bereit.

Laut dieser Studie kann Preisgestaltung ein leistungsfähiges Kommunikationswerkzeug darstellen, da es Informationen über die Knappheit oder den Überfluss an Wasser in sich trägt und so die Art und Weise in der die Ressource verwendet wird, beeinflussen kann.

Die Studie stellt zum Beispiel fest, dass der Wasserverbrauch in Haushalten um rund 33% und in der Landwirtschaft bis zu 20% sinken kann, wenn Nutzer für die gesamte verwendete Wassermenge zahlen müssen. Auch die Wassertarifreformen, welche in den frühen 1990er Jahren in Dänemark und der Tschechischen Republik eingeführt wurden, um den "vollen Preis des Wassers" zu erheben, führten zu Wassereinsparungen.

Dennoch sieht die Studie Preisegestaltung nicht als Stand-alone Tool, um die vielfältigen Anforderungen der WRRL zu erfüllen. Die Studie zeigt vielmehr, dass die Verwendung von Preiskontrollen, in Verbindung mit anderen Maßnahmen wie Regulierung und öffentlichen Ausgaben, vielleicht die beste Strategie sein könnte.

Während, wie sich herausgestellt hat, die vollständige Deckung der Betriebs-und Wartungskosten der Wasserversorgung die Regel in den untersuchten Ländern ist (hierbei bildet der Bewässerungssektor in wenigen Mitgliedsstaaten eine Ausnahme), liegen die allgemeinen Kostendeckungsniveaus in einigen Mitgliedstaaten noch immer unter 100% (zum Beispiel in Slowenien und Spanien).

Die Studie legt den Schluss nahe, dass hier vor allem aus politischen Gründen (zum Beispiel der Schutz von Gruppen mit niedrigem Einkommen oder der Schutz bestimmter Wirtschaftszweige) in einigen Teilen Europas noch immer Pauschaltarife vorgezogen werden. Diese bieten jedoch keine Anreize zur effizienten Nutzung und decken nur teilweise die Kosten der zur Verfügung gestellten Wasserdienstleistungen ab. In diesen Fällen könnten einige der nicht gedeckten Kosten anderen Akteuren auferlegt werden.

Zudem zeigt die Studie Widersprüchlichkeiten in der Definition von Wasserdienstleistungen und in der Bilanzierung von Umwelt- und Ressourcenkosten (ERC) in der EU auf.

In diesem Sinne stellen das Fehlen klarer Definitionen sowie das Fehlen standardisierter Bilanzierungen und Berichterstattungen die Haupthindernisse dar, welche Transparenz reduzieren und die Vergleichbarkeit der Wasserdienstleister einzelner Mitgliedstaaten verhindern.

Einige der in der Studie enthalten Empfehlungen sind:

  • Neben Wassertarifen und Umweltsteuern sollten weitere wirtschaftliche Instrumente erwogen werden, um die WRRL-Ziele der vollen Kostendeckung und effizienten Wassernutzung zu erreichen
  • Separate soziale Maßnahmen zur Reduzierung des Wasserverbrauchs, wie direkte Einkommensunterstützung oder technische Hilfe, sollten als ein Weg gesehen werden, Erschwinglichkeitsproblemen zu begegnen
  • Die Entwicklung eines standardisierten internationalen Berichterstattungssystems, basierend auf den existierenden europäischen Benchmarkinginitiativen, könnte die Einheitlichkeit künftiger Berichterstattungen verbessern

Die gemeinschaftliche Studie wurde von der Europäischen Umweltagentur (EUA) finanziert. Ecologic Institut war verantwortlich für die Spezifikation der aktuellen Tarifstrukturen und des Preisniveaus der Wasserversorgung in den Sektoren Haushalt, Landwirtschaft und Industrie; für die Beurteilung von voller Kostendeckung und anreizbildender Preisgestaltung sowie für die vorgeschlagenen Optionen hinsichtlich einer Berichterstattung von Kostendeckungen von ERC, um Benchmarking und Vergleichbarkeit zu verbessern.


Zitiervorschlag

Gorm Dige, Gloria De Paoli, Pierre Strosser, Gerardo Anzaldua, Andrew Ayres, Marlene Lange, Manuel Lago, Frans Oosterhuis, Mojca Hrabar, Stale Navrud 2013: Assessment of cost recovery through water pricing. ISBN: 978-92-9213-409-9, ISSN: 1725-2237.

Sprache
Englisch
Autor(en)
Gorm Dige (EEA)
Gloria De Paoli (ACTeon)
Frans Oosterhuis (IVM)
Mojca Hrabar (Oikos)
Stale Navrud (NMBU)
Finanzierung
Verlag
Jahr
2013
ISBN
978-92-9213-409-9
ISSN
1725-2237
Umfang
128 S.
Projektnummer
2630
Inhaltsverzeichnis

Acknowledgements
Abbreviations and acronyms
Executive summary
1 Introduction
1.1 How to read this report
1.2 Setting the scene: theoretical background of cost recovery and its application
in water pricing
1.3 Cost recovery and the 'polluter pays' principle
1.4 Cost recovery and incentives
1.5 Cost recovery and affordability of water services
1.6 Cost recovery and incentiveness of water pricing: key messages
2 The current institutional and regulatory frameworks of water pricing in the EU
2.1 Definition of water services
2.2 The current legal framework of water utility ownership
3 Current pricing framework in selected EU Member States
3.1 Water pricing
3.2 Abstraction and pollution charges
3.3 Supporting measures for water tariffs and abstraction and pollution charges
3.4 Price developments
4 Governance
4.1 Governance structure for water service provision
4.2 Governance structure for abstraction and pollution charges
5 How does current water pricing 'perform'? Evidence from selected
EU Member States
5.1 Has cost recovery been achieved?
5.2 Identified barriers to cost‑recovery water pricing
5.3 Do existing water pricing schemes provide an 'incentive' for more efficient
water use?
5.4 How do water pricing schemes account for social concerns?
6 Moving the water pricing agenda ahead
6.1 Ways forward for pricing schemes and models reflecting local/regional
circumstances
6.2 Innovative economic instruments for water management, suitable for
the EU context
6.3 Proposed options for reporting environmental and resource costs to enhance
EU-scale comparability and water pricing benchmarking
7 Conclusions
References
Annex 1 Overview of water pricing instruments in the EU, from the EEA/OECD
database
Annex 2 Accompanying mechanisms and measures in the EU
Annex 3 Environmental and resource costs coverage in benchmarking initiatives

Schlüsselwörter
EU-Wasserrahmenrichtlinie, WRRL, Artikel 9, Wasserwirtschaft, Wassermanagement, Wasserversorgung, Wasserpolitik, Landwirtschaft, Industrie, Wasserpreisgestaltung, Wassertarife, wirtschaftspolitische Instrumenten, volle Kostendeckung, Verursacherprinzip, Anreizstiftung, Knappheit, Erschwinglichkeit, Subventionen, Kroatien, England, Wales, Frankreich, Deutschland, Niederlande, Schottland, Serbien, Slowenien, Spanien, ökonomische Bewertung